Ein Roadtrip: 12 Tage, 3 Mädels, 2 wunderschöne Länder und ein Bulli! 2016 habe ich mit Ronja und Anne einen Roadtrip nach Dänemark und Schweden geplant. Spontan haben wir uns doch dagegen entschieden. Es wurde ein Roadtrip durch Frankreich mit einem kleinen Abstecher nach Spanien.

Unser Van auf dem Roadtrip

Wir haben uns über die Webseite Paulcamper einen Bulli gemietet für unseren Urlaub in Frankreich. Der liebe Torben, ein netter, junger Mann aus Marl, der selbst gerne mal durch die Gegend reist und mit dem Auto bereits in Skandinavien war, hat uns seinen Bulli Ole vermietet. Es handelt sich dabei um einen geräumigen Transport von Nissan. Torben war super nett und hat uns alles an dem Fahrzeug gezeigt.
Das Auto hatte vorne 3 Sitzplätze und hinten eine geräumige Sitzecke, die wir abends zum Bett umbauen konnten. Unter unserem Bett (ca. 1,75mx2m) hatten wir genügend Stauraum für Taschen und Klamotten. Kochen konnten wir natürlich auch, dafür gab es Kochplatten und ein kleines Sideboard, das als Arbeitsfläche genutzt werden konnte. Dadurch gab es wenigstens warme Ravioli auf dem Roadtrip.
Geschirr, Campingstühle und alles andere was wir in dem Urlaub brauchen, war alles im Bulli parat. Für die 11 Tage haben wir 649€ gezahlt.

Los geht’s auf den Roadtrip

Mit dem Ziel Dänemark ging es dann los. Doch als ich in meine Wetter App geguckt habe wurde dort nur Regen angekündigt. Wir haben rumgewitzelt und gesagt komm las man nach Frankreich, so an die Küste oder nach Spanien. 5 Minuten waren wir dann im Mc Donalds Coesfeld und haben unseren Trip umgeplant. Sehr spontan, ich weiß aber warum nicht. Wir hatten nichts gebucht und der Bulli fährt wohin wir wollen.

Paris als erster Halt

Unser Ziel war es, am Rand von Paris vor einem Hotel zu parken und von dort aus mit der Metro nach Paris reinzufahren. Leider hat unser Navi diesen Plan nicht unterstützen wollen…
Der angestrebte „Rand von Paris“ entpuppte sich bereits als mitten in der Stadt. Mit einem so großen und breiten Bulli durch die unglaublich engen Straßen von Paris zu kommen, ist eine Katastrophe. Die Menschen, die in Paris die Straßenführung geplant haben, hielten es wohl nicht für nötig, Spurmarkierungen malen zu lassen. Somit fahren alle nach rechts und links, wie sie meinen. Die Suche nach einem Parkplatz war dann sowieso schwierig, weil es keinen Parkplatz vor dem Hotel gab und wir Angst hatten, mit dem großen Auto in ein Parkhaus zu fahren.
Schlussendlich fanden wir einen Parkplatz an einer Arena gefunden. Wir zahlten 12,60€ Parkgebühren für 4 Stunden.

Paris in 4 Stunden

Wir haben uns Metro Karten gekauft und uns den Weg zum Sacre Couer erklärt lassen. Mittlerweile hat es begonnen, in Strömen zu regnen. Dieser Regen hörte dann an dem Abend auch nicht mehr auf. Wir suchten uns den Weg über die vielen Stufen hoch zu der Kirche und schauten uns pitschnass Paris von oben an. Ihr mögt jetzt denken, dass der Regen uns gestört hätte, aber irgendwie war es uns egal, dass unsere Haare komplett nass waren und es immer kälter wurde. Wir teilten uns 2 kleine Regenschirme und irgendwie passte das schon.
Danach ging es weiter zum Eifelturm, wir sind einfach dem Licht gefolgt, welches durch die Wolken fiel, hinterher.
Vollkommen durchnässt sind wir am Eiffelturm angekommen, es war ungefähr 24 Uhr und wir waren glücklich. Auf dem Weg hatten wir noch das Moulin Rouge gesehen. Ein super Start für unseren Urlaub in Frankreich.

Ausflugsziel Étretat

Die atemberaubenden Kreidefelsen von Étretat sind im Norden von Frankreich nähe Le Havre. Die Küste und der Kiesstrand sind wunderschön und man kann z.B. zu einer Kirche, die ganz oben auf einem Berg liegt und einen Blick über die komplette Felsküste bietet, hoch gehen. Wir hingegen sind auf den Berg gegenüber gelaufen, auf dem es auch eine Brücke gibt, welche über einen Felsspalt führt. Dort oben wirkt alles so leicht, so frei und die Natur ist noch sie selbst. Es nisten Möwen, das Gras wächst in alle Richtungen und ein starker Wind zerzaust jedermanns Haare. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl, das blaue Wasser zu sehen, das Salz in der Luft zu schmecken und die Möwen zu hören.

Der Strand von Étretat

Später sind wir nochmal hinunter zum Strand gegangen, an dem sich super viele, vom Wasser geschliffene und ausgehöhlte Steine und Klippen befinden. Die Flut begann und man sah, wie das Wasser immer näherkam. Ich finde, man hat einfach die Natur und ihre Kraft gespürt. In den Löchern der Steine lebten viele Muscheln und Schnecken, die auf die wiederkehrende Flut angewiesen sind und in den Steinen konnte man zum Teil Fossilien entdecken – echt schön.

Mont Saint Michel – ein bisschen Kultur

Am nächsten morgen sind wir dann los zum Mont Saint Michel, welcher nicht weit von der Raststätte entfernt war, an der wir übernachtet haben. Dieser Berg ist eine kleine Insel mit einer hohen Burg und einem großartigen Blick über die Natur, das Watt und das Meer. Wir haben uns hier gegen den Wind gelehnt, weil dieser so stark war und das war einfach so ein krasses Gefühl von Freiheit!
Hier sind wir komplett hochgelaufen und haben uns dabei noch die Kirche im Inneren angesehen. Ein wenig Kultur muss ja auch mal sein.

Nantes unpraktisch mit dem Bulli

Danach sind wir noch nach Nantes gefahren und mussten feststellen das große Städte mit dem Bulli echt doof sind. Wir sind dann, nur in den japanischen Garten gegangen, der sich meiner Meinung nach echt lohnt.
Abends haben wir es ruhig angehen lassen und einen Mädels Abend gemacht. Wir haben früh gekocht, Phase 10 gespielt und es uns im Bulli mit einem Film gemütlich gemacht.

Parc Naturel Regional – Dune du Pilat

Anfahrt und Parken an der Dune du Pilat

Die Straßen, die zu dem Naturschutzgebiet führten, in dem die Düne liegt, waren wunderschön und am Rand standen herrliche, hohe Bäume. An dem Park kann man für 1-2€ parken, günstiger hatten wir das bis jetzt nirgends.

Dune du Pilat

Ich habe schon viel gesehen, wirklich, doch sowas habe ich echt noch nie erlebt. Diese Düne ist so unbeschreiblich hoch, super schwer zu erklimmen, aber gleichzeitig auch so wunderschön. Wenn ihr oben steht, seht ihr das blaue Meer und eine riesige Fläche von Wald. Außerdem fegt dort oben der Wind schon sehr stark, ich habe mir echt eine Mütze gewünscht, weil meine Ohren schon ziemlich weh taten. Trotzdem bereue ich keine Sekunde, die ich dort verbracht habe. Die Natur ist so großartig, so unbeschreiblich schön.
Wir sind dann die Düne hinuntergelaufen und ans Wasser gegangen. Das war echt kalt, aber dieser Geruch von Meerwasser, das Rauschen des Meeres und der Wind vermitteln einfach ein Gefühl von Freiheit.

Richtiges Roadtrip Feeling in Frankreich

Irgendwie ist alles viel entspannter, wenn man nicht für jeden direkt erreichbar ist und einfach mal runterkommen kann. Ich bin ja sonst so ein handysüchtiger Mensch – mittlerweile geht das total. Ich gucke nicht mehr alle 2 Minuten nach, ob mir jemand geschrieben hat, weil ich mich seelisch damit abgefunden habe, dass ich nicht überall erreichbar sein kann.

Vom Strand in die Berge

Weiter geht’s vom Strand und Atlantik in Richtung Berge. Über enge Bergstraßen sind wir nach oben gefahren, um in ein Naturschutzgebiet zu gelangen, welches wohl einen super schönen See haben soll. Leider erfuhren wir 11 km vor dem Ziel, dass das letzte Straßenstück den ganzen Winter über (und März ist scheinbar noch Winter) gesperrt ist und das Naturschutzgebiet nicht erreichbar ist. So haben wir noch einige Fotos gemacht, den Ausblick genossen und versucht zu realisieren, wie weit wir in so kurzer Zeit schon gekommen sind.

Ein Tag Barcelona Urlaub

An unserem 6. Tag waren wir in Barcelona. Wenn man schon mal an der Grenze zu Spanien ist, ist Barcelona doch ein Katzensprung. Wir hatten leider nicht so einen Plan von der Stadt und haben uns einen Parkplatz in einer Seitenstraße gesucht. Wir sind von dort Richtung Meer und Strandpromenade gelaufen. Leider war das Wetter in Barcelona nicht so gut und es hat geregnet. Trotzdem haben wir uns natürlich den Spaß nicht nehmen lassen, haben uns ein wenig die Innenstadt angesehen und schlussendlich in einem kleinen Restaurant zusammen in Spanien zu Mittag gegessen. Zusammengefasst: Barcelona ist schön – wenn man den Aufenthalt vernünftig plant, noch schöner!

Calanques de Cassis – ein Ausflugsziel Frankreichs

Nachdem ich Tripadvisor lange durchsucht habe, um vernünftige Informationen zu den Calanques de Cassis zu finden und zu erfahren, wie ich sie mir ohne Boot, sondern mit dem Auto anschauen kann, stelle ich euch hier mal alle wichtigen Infos zusammen…
Generell sind es wunderschöne Buchten mit kristallklarem, blauem Wasser und tollen Felswänden, in welchen Kletterer rum klettern und wo man einfach atemberaubend tolle Fotos machen kann. Sie liegen ganz im Süden Frankreichs. Die Natur dort und drum herum ist einfach unnatürlich schön.

Port Miou (Calanque Nummer 1)

Die erste Calanque ist wirklich einfach zu erreichen, liegt direkt an dem oben beschriebenen Parkplatz und ist auch schon echt schön. Zuerst wollten wir schon fast dortbleiben, doch im Nachhinein wäre das ein großer Fehler gewesen, denn die nächsten Stopps, waren noch viel viel schöner!

Port Pin (Calanque Nummer 2 – die berühmte Badebucht)

Port Pin ist erreichbar durch einen relativ einfachen Fußmarsch über steinige Wege. Der Weg dorthin ist übersichtlich gestaltet, man kann sich wirklich nicht verlaufen und wenn man festes Schuhwerk hat, sollte das gar kein Problem sein. Im Sommer soll es dort wohl wirklich voll mit Badegästen sein, doch auch heute waren dort so viele Leute, dass ich dort nicht bleiben wollte. Das Wasser und die Natur dort sind trotzdem super verlockend und wenn es nur um einen Badestopp geht und nicht um einen Abenteuer-Trip, ist das wahrscheinlich genau die richtige Anlaufstelle.

Calanque d‘ en vau (Calanque Nummer 3 – versteckt, ruhig, karibisches Feeling)

Wir haben uns bei den beiden Buchten zuvor Zeit gelassen und haben so 2,5 Stunden von Cassis aus gebraucht. Der Rückweg lag dann so bei 2 Stunden.
Man folgt am besten der rot-weißen Route. Markiert sind die Routen durch Striche an Felsen. Man sollte sich bewusst sein, dass es viel bergauf und bergab geht. Es gibt nicht viele Schattenplätze und auf jeden Fall gehört Klettern auch mit dazu. Ich kann aber mit Überzeugung sagen das es machbar ist. Wenn man der Route folgt (ab der 2. Calanque erst einen Berg hoch, dann hinterher wieder diesen Berg hinunter), wird man mit einem atemberaubenden Panorama belohnt.
Man kann dort wunderbar an Felsen klettern gehen oder einfach den Möwen zuschauen und den Ausblick genießen. In unserem Fall hatten wir auch im März, locker 20 Grad und strahlenden Sonnenschein. Im Sommer kann man dort mit Sicherheit auch gut schwimmen gehen.

Ausflugsziel Semnoz zu Lac de Annecy

Zuerst sind wir auf einen Berg rauf gefahren zum Naturschutzgebiet und Aussichtspunkt Semnoz. Wir hatten nicht damit gerechnet so viel Schnee vorzufinden, aber echt großartig. Nachdem wir dann dort auf der Berghütte eine Waffel gegessen haben, sind wir wieder hinuntergefahren. Je tiefer wir kamen, desto mehr sah man die Sonne und den großen, blauen See (Lac de Annecy). Unten angekommen gab es die Möglichkeit, sich in ein Café am See zu setzen oder ein Stück zu laufen und sich dann auf die Stege, die aufs Wasser hinausragten, zu setzen. Ich entschied mich für Variante zwei, saß auf einem Steg, sah aufs glitzernde Wasser hinaus und hatte ein wunderschönes Bergpanorama vor mir.
Es ist schon erstaunlich, was für wundervolle Orte sich gar nicht so weit weg von Zuhause befinden.

Parc Naturel Régional du Morvan

Gestern sind wir zu einem Nationalpark namens „Parc Naturel Régional du Morvan“ gefahren.
Dort gab es 2 Seen – einen kleinen, aber schönen und einen großen mit einer Sumpflandschaft anstatt eines Strandes drum herum. Hier standen sogar sehr informative Schilder zum Ökosystem See. Generell werde ich die frische Luft, die man in diesen Naturparks und am Meer täglich geatmet hat, vermissen. Es fühlt sich beinahe an, als würde man Freiheit atmen.
Zum Abschluss des Besuchs in dem Park legten wir uns auf den Rand einer Brücke, hörten den See neben uns, redeten ein wenig und genossen die warmen Sonnenstrahlen, auch wenn der Wind hingegen ziemlich kühl war.

Duschen auf dem Roadtrip

Nun sind wir ja knapp 2 Wochen unterwegs gewesen und auch, wenn das nicht allzu lange ist, müssen wir ja zwischendurch mal duschen. Am meisten bieten sich dafür die Duschen an, die man auf Raststätten findet und für 2 € nutzen darf.
Vergleicht man diese allerdings miteinander, findet man große Unterschiede in Sauberkeit, Lage und Lichtverhältnissen. Lage? Lichtverhältnisse?! 😀 Ja, genau so hätte ich auch reagiert, wenn ich das hier nicht selbst schreiben würde, aber es ist wirklich so.

Adventure-Duschen 1

Anne und ich saßen im Bulli, als Ronja vom Duschen zurückkam und eine wirklich lustige Geschichte zu erzählen hatte:
Sie hatte nach der Dusche gefragt und wurde ins Männerklo geschickt. Da sie das aber irgendwie nicht glauben wollte, sondern dachte, etwas falsch verstanden zu haben, fragte sie noch zwei weitere Male nach. Jedes Mal wurde ihr der Weg durch die Toiletten der Männer beschrieben. Schlussendlich ging sie dort hinein. Sie stellte fest, dass man tatsächlich erst durch die Toilette der Männer gehen musste, um zu zwei duschen zu gelangen. Wie auch immer, die Duschen waren ja abschließbar, also duschte sie dort erst einmal. Beim Verlassen des Duschraums bzw. Männerklos schauten die Männer sehr verdutzt und hielten ihr vollkommen perplex die Türe auf. Was lernen wir daraus? Richtig – Raststätten Betreiber sind der Meinung, dass Frauen nicht duschen müssen, sondern generell nur Männer!

Adventure-Duschen 2

Diesmal gab es zwei Duschen auf der Raststätte – total der Luxus, wenn man bedenkt, wie lange man sonst teilweise warten musste, bis man in die Dusche konnte. So gingen Ronja und ich dann gleichzeitig zu den Duschräumen. Als sie in ihre Dusche ging, ging einfach das Licht an. Bei mir nicht.
Ich suchte einige Zeit den nicht vorhandenen Schalter, dann ging Ronja noch einmal fragen, wie denn das Licht in der zweiten Dusche (die auch kein Fenster hatte und einfach stockduster war) anging. Die Frau kam, sah die Lampe an und meinte, dass sie uns nicht helfen könnte, woraufhin sie wieder verschwand. Joa… So ein wenig Licht ist ja trotzdem praktisch, also was tun? Richtig – wir nehmen Ronjas Handytaschenlampe, legen diese in meinen Duschraum rein und haben das Problem gelöst #KreativitätSiegt